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Presseartikel:

Dank an Annette Kleine-Gödde

 

BAD PYRMONT. Ein „Motor des Vereins“ und eine „Kämpferin mit Herz“, so wurde die langjährige Vorsitzende des Pyrmonter Hospizvereins, Annette Kleine-Gödde, bei einem Empfang nach einem Festvortrag in der katholischen St. Georgkirche gewürdigt.

Mit herzlichen Worten und einem Geschenk bedankten sich Nicole Lödige (rechts) und Makrina Kröger (links) bei ihrer Vorsitzenden Annette Kleine-Gödde. Foto: Hei

Mitglieder des Vereins, Wegbegleiter und Ehrenamtliche des Helferkreises hatten sich nach dem Vortrag von Prof. Dr. Wilfried Hardinghaus, Vorsitzender des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes (DHPV), im Gemeindehaus versammelt. „Meilensteine einer Erfolgsgeschichte“, so der Titel einer anlässlich des Empfangs gezeigten Diareihe über die 25-jährige Arbeit des Vereins, der heute 333 Mitglieder, drei hauptamtliche Koordinatorinnen und 78 Ehrenamtliche (davon 64 SterbebegleiterInnen) hat. Ruth Leunig, stellvertretende Landrätin, lobte die „Hilfe an den Mitmenschen“, die der Verein leiste. Alwin Steinmeyer als Ratsvorsitzender der Stadt nannte die Hospizbewegung etwas „Wertvolles für die Stadt“, die stolz auf diese Einrichtung sein könne. Glückwünsche zum Jubiläum überbrachte neben anderen auch der aus Delmenhorst angereiste Gründer des Vereins, Heinz Gronewold, der sich gerne an die Zeit erinnerte, als der Vorstand sich etablierte, mit Annette Kleine-Gödde zunächst als Schriftführerin. Dass die Mitgründerin unablässig in der Vorstandsarbeit tätig war, davon viele Jahre auch als Vorsitzende, würdigten ihre Mitkämpferinnen: Zweite Vorsitzende Nicole Lödige und Schriftführerin Makrina Kröger überreichten im Namen des gesamten Vorstandes ein Geschenk und fanden herzliche Worte der Anerkennung und Freundschaft. Im Anschluss an den offiziellen Empfang feierten die Gäste und Gastgeber noch lange mit Speis und Trank und netten Gesprächen das Jubiläum des Vereins.hei

 

Autor: Karin Heininger, veröffentlicht 27.11.2019
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Fürsorge bis zum würdevollen Abschied

Bundesvorsitzender Prof. Wilfried Hardinghaus ermutigt den Hospizverein Bad Pyrmont auf dessen Weg

 

BAD PYRMONT. Mit Prof. Dr. Wilfried Hardinghaus hatte der Hospizverein für seinen Festvortrag in der St. Georgkirche zum 25-jährigen Bestehen einen kompetenten und zugleich passenden Referenten gewinnen können, der den Verein ermutigte und bestätigte.

„Ohne Ehrenamt sind wir verloren“: Prof. Dr. Wilfried Hardinghaus macht sich stark für den Gedanken der Hospiz- und Palliativarbeit. Foto: Hei

Der Mediziner ist nicht nur der Bundesvorsitzende des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes (DHPV), sondern er ist auch Mitglied in dem Pyrmonter Verein.

So machte der ärztliche Leiter der Palliativstation am Marienhospital in Osnabrück nicht nur seine persönliche und medizinische Meinung zum Thema „Autonomie versus Fürsorge? Suizidbeihilfe aus hospizlich-palliativer Sicht“ klar, er würdigte auch speziell den Einsatz des hiesigen Vereins und der Hospizarbeit generell. „Ohne Ehrenamt sind wir verloren“ lautete sein Credo, wobei er betonte, dass ihn das Angebot der Pyrmonter auch für Trauernde und die gute Vernetzung des Vereins mit anderen Institutionen, unter anderem mit dem Kinderhospiz Löwenherz, sehr beeindrucke.
Als Praktiker bekannte er sich zu der ganzheitlich zugewandten Hinwendung für Sterbenskranke, die die Würde der Menschen bewahre. „Fürsorge ist ein alter Begriff, er trifft aber genau das, was gewünscht und benötigt wird“, betonte Hardinghaus. Es sei allerdings bedauerlich, dass bisher lediglich 20 Prozent der deutschen Kliniken eine eigene Palliativ-Station hätten.
Der Arzt beleuchtete auch die rechtliche Situation zur Sterbehilfe, für die eine endgültige Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts noch ausstehe. Er schilderte aber auch einige erlebte Fälle, die sein Pro zur Palliativmedizin bestätigt hätten. Da war der Mann, der sich in einer vorab verfassten Anzeige, die nach seinem Tod veröffentlicht wurde, für die palliative Begleitung bedankte, die ihm die Angst vor Schmerzen genommen habe. Da war der Fußballfan, der unbedingt die WM noch erleben wollte und dies dank entsprechender Fürsorge konnte. Ein würdevoller Abschied sei auch für die Angehörigen wichtig, so der Arzt.
Was am Ende des Lebens gebraucht werde: sich rechtzeitig über Hilfe und Beratung informieren („Viele Menschen wissen nicht, dass die stationäre Behandlung in einem Hospiz kostenlos ist“), vorbereitet sein und dem Thema Tod nicht aus dem Weg gehen, eine gute Hospizbegleitung, die geboten wird, auch annehmen.
Eine „Ermutigung und Bestätigung der Hospizarbeit“ nannte der niedersächsische HPV-Vorsitzende Gert Klaus den Vortrag von Hardinghaus, dem sich ein Empfang zur Jubiläumsfeier im Gemeindehaus der katholischen Kirche anschloss.

 

Autor: Karin Heininger, veröffentlicht 24.11.2019
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Traurige Schicksale und rührende Geschichte

Dr. Annelie Keil redet über Tod, Trauer und Abschied – und bringt das Auditorium trotzdem zum Lachen

Dr. Annelie Keil hielt im Quäkerhaus einen Vortrag mit dem Thema „Über das Sterben reden und den Abschied lernen – von Anfang an und bis zuletzt“

BAD PYRMONT. Sie werde es erst einmal ohne Mikrofon versuchen, sagt die Referentin, lässt den Blick über das nicht mehr ganz junge Publikum schweifen und fährt fort: „Aber das hängt natürlich auch vom Grad Ihrer Schwerhörigkeit ab“.

 

Und weil sie das mit einem unterdrückten Glucksen in der Stimme sagt, weiß das Auditorium auch schon nach dem ersten Satz, was es an diesem Abend zu erwarten hat, an dem Dr. Annelie Keil Gastrednerin des örtlichen Hospiz-Vereins ist, der in diesem Jahr sein Silberjubiläum feiert.

Die Sozial-, Geistes- und Gesundheitswissenschaftlerin, Autorin diverser Bücher sowie emeritierte Professorin der Universität Bremen wurde schon von ihren Studenten wegen ihres hintergründigen Humors und ihres ausgeprägten Einfühlungsvermögens hoch geschätzt. Und sie ist auch an diesem Abend bedingungslos bereit, davon viel an die Menschen im Pyrmonter Quäkerhaus weiterzugeben.

Ihr Thema lautet „Über das Sterben reden und den Abschied lernen – von Anfang an und bis zuletzt“. Und so erzählt sie aus ihrem eigenen Leben, dem eines „biologischen Überraschungseis“, das ungefragt in dieses Leben gestellt wird, berichtet von der 1936 Geborenen, die Krieg und Flucht er- und überlebt hat und heute, trotz Herzinfarkt, drei Krebs- und allerlei weiterer Erkrankungen „weiß, dass ich dem Tode nie näher war als in meiner Kindheit“.

 

Dann kommt gleich wieder so ein Satz, der das Publikum zum Lachen bringt: „Und jetzt gehöre ich zur demografischen Welle, die heute Abend dement auf Sie zurollt.“ Aber auch diese Zeit verlange vom Menschen, den Abschied leben zu lernen, „den Abschied von jener Gesundheit, die man nicht mehr hat“. Andererseits hält sie auch wieder „so gar nichts von diesem ganzen Gesundheitswahn – und empfiehlt trotzdem: „Essen sie ruhig jeden Tag drei Sorten Obst und viel frisches Gemüse.“ Noch ehe man überhaupt den Gedanken zu Ende denken kann, wie sie das nun wohl wieder meint, gibt sie schon selbst die Antwort: „Ja, Sie leben dann gesund, aber trotzdem wissen Sie niemals, wie, wo, warum und vor allem wann Sie sterben werden.“

 

Und dann erzählt sie, da sie ihre Zuhörerschaft ja bereits zu Beginn ihres Vortrags zu einer Reise eingeladen hatte, „in der Freude und Trauer gleichermaßen eine Rolle spielen“, von ihrer eigenen Hospizarbeit, von den Menschen und Schicksalen, denen sie dabei begegnet.

 

Sie berichtetvon jenem, gerade einmal fünfjährigen Jungen, der unheilbar an Leukämie erkrankt ist und sehr genau weiß, dass er sterben muss. Von seiner Lieblingspflegerin erbittet er sich kleine Blumenbilder. Sie bringt ihm einen Satz Blumenpostkarten und fragt den Jungen, was er denn damit wolle. „Wenn ich tot bin“, antwortet das Kind, „werde ich auf der Himmelswiese einen dicken Strauß Blumen für Dich pflücken und damit auf Dich warten.“ Denn im Himmel, da ist sich der kleine Junge ganz sicher, können Blumen ja nicht verwelken. Gerührt von so viel Zuneigung, fragt die Pflegerin: „Und Deine Mama, bekommt die auch Blumen?“ „Ja klar“, antwortet der Fünfjährige, „aber das ist ein Geheimnis, denn wenn ich Mama das jetzt schon sage, muss sie nur gleich wieder weinen“. Dr. Annelie Keil zieht daraus die Erkenntnis: „Schlüsselkompetenz: Empathie“. Das hat dann doch gleich auch wieder etwas Tröstliches. Und mit eben diesem Gefühl entlässt sie ihr Publikum in eine laue Frühsommernacht.

 

Autor: Burkhard Reimer, veröffentlicht 23.6.2019

 

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